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    die WOBAG in Schwedt und drumherum!

Kita Kastanienbande erobert die Natur

Noch ehe die Kinder einziehen konnten, musste hier mächtig geklotzt werden. Während in den großzügig und weitläufig gehaltenen Räumen die Wände mit hellen Farben gestrichen, die Sanitärbereiche mehrfarbig gekachelt, die Küche eingerichtet und die Möbel aufgestellt werden, werden draußen die Außenanlagen auf Vordermann gebracht. Die Landschaftsgärtner sind am graben, schippen, pflanzen, Rasen säen und kippen Sand in die aus recyceltem Kunststoff angelegten Sandkästen. Das Trampolin wird schon mal auf seine Funktionsfähigkeit geprüft und vor der Kita verlegen Tiefbauer die letzten Pflastersteine. Ein Forstauto aus der westlichen Uckermark kam und lud eine knorrige Kiefer samt Wurzel ab, die künftig den Eingangsbereich der Kita zieren wird. Kita-Leiterin Antje Lange kam höchstpersönlich vorbei, um das imposante Astwerk in Empfang zu nehmen. „Das ist zwar keine Kastanie, sondern eine Kiefer, wir werden sie aber ein bisschen wie eine Kastanie gestalten“, kündigt sie an.

Denn die Kita trägt den Namen „Kastanienbande“. Aus 23 Namensvorschlägen hatte der Träger der Kita, die Volkssolidarität Oberhavel-Uckermark, zwei Namen ausgewählt, über die online abgestimmt wurde. Die „Kastanienbande“ hatte sich mit 55 Prozent klar durchgesetzt, verkündete die Schwedter Bürgermeisterin Annekatrin Hoppe schon bei der Grundsteinlegung vor einem Jahr. Nun ist es nach nicht einmal einjähriger Bauzeit („Wir habe hier wirklich Tesla-Tempo vorgelegt“, erklärt der Vorstand der WOBAG Matthias Stammert nicht ohne Stolz) so weit. Die ersten Kinder erobern Anfang Oktober ihre Kita. Insgesamt bietet sie Platz für 60 Kinder, von ihnen 30 unter drei Jahren.

Der Name Kastanienbande hat für Kita-Chefin Antje Lange gleich eine mehrfache Bedeutung. Zum einen verweist er auf den Standort: Die Kita befindet sich mitten in den Kastanienhöfen, die derzeit umfassend saniert, modernisiert und umgestaltet werden. Zum zweiten lässt er auf die Naturverbundenheit schließen, die im Konzept der Einrichtung eine zentrale Rolle spielt. Und zum dritten ist die Aufnahme des Begriffs „Bande“ in den Namen ein Hinweis darauf, dass die Kinder hier unbeschwert toben, spielen und sich entwickeln können. „Wer von uns hat nicht mal in einer wilden Bande mitgetobt, als er noch Kind war?“, sagt Antje Lange.

Und so liest es sich im Flyer, den die Kita an die Eltern verteilt hat: „Jedes Kind ist ein vollwertiges Wesen mit eigener Identität. Jedes Kind ist Entdecker, Forscher, Künstler, Konstrukteur und Eroberer. Jedes Kind ist ein soziales Wesen, es entwickelt seine eigene Persönlichkeit und seine sozialen Beziehungen zu anderen“, heißt es dort.

„Wir werden uns viel in der freien Natur aufhalten, den nahe gelegenen Wald erobern, Nachhaltigkeit ist unser erster Grundsatz“, kündigt Antje Lange an. Und die Kinder sollen frühzeitig in das Leben im Stadtteil und in der gesamten Stadt einbezogen werden. „Dafür haben wir schon jetzt eine ganze Reihe von Kooperationen vereinbart, mit Seniorenheimen in der Nachbarschaft, mit den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, mit dem Frauenzentrum und anderen sozialen und gesellschaftlichen Einrichtungen“, versichert sie. Und natürlich auch mit dem Palliativ-Pflegezentrum, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Die Jüngsten und die Ältesten sollen hier noch voneinander lernen können und am gemeinsamen Miteinander Freude schöpfen.

Gekocht wird in der Einrichtung übrigens selbst. Die Kinder werden in die Herstellung der gemeinsamen Mahlzeiten einbezogen. Dass hier kein Catering-Dienst das Essen anliefert, sondern die Mahlzeiten frisch zubereitet werden, empfindet Antje Lange als Glücksfall. „So lernen die Kinder frühzeitig gesunde Ernährung kennen und sie machen die Erfahrung, welche soziale Bedeutung die gemeinschaftliche Essenszubereitung haben kann“, sagt sie.

Geborgenheit, Regelmäßigkeit, Verlässlichkeit und Sicherheit sollen die Kinder in der neuen Kita in den Kastanienhöfen finden. „Für uns ist die Kita ein unverzichtbarer Baustein in unserem Konzept des generationenübergreifenden Miteinanders, das wir in unseren Kastanienhöfen umsetzen wollen“, erklärt der WOBAG-Vorstand Matthias Stammert.

Text: Matthias Bruck

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